Schnelle Runden drehn

Keine Lust aufs Wintertraining im Freien? Auf der überdachten Radrennbahn in Augsburg verfliegen die Kilometer im Nu' - egal ob es draußen regnet oder schneit! Interessiert? Dann einfach Kontakt mit uns aufnehmen und Termin vereinbaren!

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Daten zur Radrennbahn

Länge: 200 Meter
Baujahr: 1988
Material: Holz
Geschlossene Halle
Ganzjähriger Betrieb

Istria300, 03.10.2026 – Großes Spektakel in Poreč

 

302 Kilometer und 5400 Höhenmeter (hM). Das klingt nach einer Schinderei und das ist es auch. Gleichzeitig gilt: Wer gut vorbereitet an den Start geht, für den ist auch die Istria300 machbar. Ich hatte mir im Vorfeld überlegt, welche Durchschnittsleistung (130 Watt) und welche Geschwindigkeit (25km) notwendig sein würden, um das Zeitlimit von 12 Stunden zu schaffen. Start 7:05 Uhr. Zeitlimit: 19:05 Uhr. Nach 50 Kilometern hat sich dann allerdings mein Wahoo Roam 2 aufgehängt und ich konnte Durchschnittleistung usw. nicht mehr ablesen. Zum Glück hatte ich die wichtigsten Streckenpunkte auf einem Zettel am Oberrohr, daran habe ich mich orientiert, siehe Foto. Am Ende habe ich das Zeitlimit um zwei Minuten verpasst, es war mir aber egal, mehr war nicht drin. Zwei der fünf Verpflegungsstationen ließ ich komplett aus, um Zeit zu sparen. An den übrigen hielt ich mich maximal zwei Minuten auf. Ich bin nahezu durchgehend an meinem Limit gefahren, wo hätte ich diese zwei Minuten herholen sollen? Auch hatte ich Glück: kein Platten, kein technischer Defekt und vor allem kein Sturz.

Die Strecke selbst ist spektakulär. Ausgangspunkt ist die Küstenstadt Poreč, von dort führt die Route durch das hügelige Hinterland Istriens. Es geht vorbei an Weinbergen, Olivenhainen und alten Natursteinmauern. Immer wieder öffnen sich fantastische Ausblicke auf die Adria, auf die Buchten rund um Vrsar und auf das tiefblaue Meer. Orte wie Višnjan, Motovun, Oprtalj, Grožnjan oder Buzet zeigen das ursprüngliche Istrien mit seinen kleinen Gassen, alten Steinhäusern und den typischen Kirchtürmen. Die Strecke hatte aber Schattenseiten: Viele Straßen wiesen Schlaglöcher oder durch die Sommerhitze aufgebrochenen Asphalt auf. Immer wieder tauchten in den Dörfern plötzlich Bodenschwellen auf, die zu hektischen Bremsmanövern führten. Die Strecke war abgesichert, die Streckenposten waren aber eher mit ihrem Handy beschäftigt als damit, den Fahrern Orientierung zu geben. Gefahrenstellen waren häufig nicht gekennzeichnet. Entsprechend gab es zahlreiche Stürze. Einen Unfall erlebte ich neben mir. Vor einer stillgelegten Fabrik verliefen Schienen schräg über die Fahrbahn. Eine Fahrerin blieb mit dem Reifen hängen und stürzte. Was indes gut war: Wir sind immer wieder zusammengefahren, haben uns in der Führungsarbeit abwechselt und gegenseitig Windschatten gegeben. Das funktionierte hervorragend und zeigte, was den Radsport ausmacht: Man kämpft gegen die Strecke, aber nicht gegeneinander.

Die Istria300 ist eine riesige Veranstaltung mit mehreren tausend Teilnehmern. Schon Tage vor dem Rennen steht Poreč im Zeichen des Events. Der Hafenbereich wird von der Veranstaltung dominiert, überall laufen Promotion-Aktionen, es gibt große Messezelte, Verkaufsstände nahezu aller bekannten Fahrradhersteller und unzählige Merchandising-Angebote. Mir persönlich war das zu viel. Die gesamte Veranstaltung wirkt sehr kommerziell. Überall Musik, überall Werbung, überall Verkaufsangebote. Mir gefallen Veranstaltungen wie die Wendelsteinrundfahrt oder der Schwarzwald Ultra Radmarathon besser. Dort stehen keine professionellen Eventagenturen im Mittelpunkt, sondern Vereine und Ehrenamtliche. Bei der Wendelsteinrundfahrt kommen viele Teilnehmer mit dem Wohnmobil oder Zelt, die Blaskapelle spielt, und hinter allem steht der örtliche Ski-Club Au. Beim Schwarzwald Ultra erfolgt die Verpflegung oft auf Schulhöfen oder an einfachen Helferstationen. Alles wirkt kleiner, persönlicher und herzlicher. Beim Schwarzwald Ultra bekam ich unmittelbar nach dem Zieleinlauf ein alkoholfreies Bier in die Hand gedrückt. Man spürte an jeder Ecke das Engagement der Menschen, die die Veranstaltung möglich machen. Bei der Istria300 kam ich um 19:07 Uhr ins Ziel. Das Zeitlimit war 19:05 Uhr. Der Bierstand war bereits abgebaut. Sorry, too late.

Heino Böker

Freies Training entfällt am 04.10.

Bitte beachten: Das Freie Training entfällt am Sonntag, den 04. Oktober.

Saisonfinale auf der Augsburger Radrennbahn

Mit dem Finale des Brauerei-Rapp-Cups ist am Mittwochabend auf der Augsburger Radrennbahn die Rennsaison 2026 zu Ende gegangen. Der siebte Lauf der Abendbahnserie bildete den Abschluss eines ereignisreichen Jahres für die RSG Augsburg.

Beim Brauerei-Rapp-Cup hatten sich die Fahrer seit April auf der 200 Meter langen Holzbahn in Lechhausen gemessen. Besonders erfolgreich war die RSG im Nachwuchs: Luan Bartels (U11), Luk-André Bartels (U13) und Leonie Bartels (U15 weiblich) gewannen ihre Gesamtwertungen. Maximilian Huss (U17) belegte Rang zwei, bei den Masters gingen alle drei Podestplätze an Fahrer der RSG Augsburg.
Auch darüber hinaus war auf der Augsburger Radrennbahn viel geboten. Im Saisonverlauf fanden unter anderem der Südvergleich sowie die Bayerischen Meisterschaften im Omnium und Derny statt.

Ein besonderer Höhepunkt abseits der Bahn war das 3. Augsburger Innenstadtkriterium, das in Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg ausgetragen wurde. Auf einem Rundkurs über die Maximilianstraße wurde der Rennradsport mitten in die Stadt gebracht. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zugleich die Bayerischen Meisterschaften im Kriterium ausgetragen. Vom Nachwuchs bis zur Elite sorgten die Rennen vor historischer Kulisse für eine besondere Atmosphäre und machten den Radsport für zahlreiche Zuschauer unmittelbar erlebbar.

Im September folgte der Augsburger Sprintercup um den Peter-Krauß-Preis. Nachwuchsfahrer aus ganz Deutschland traten in Sprint und Keirin gegeneinander an. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein neuer deutscher U17-Rekord über die fliegenden 200 Meter. Aus Augsburger Sicht überzeugte Maximilian Huss mit Platz fünf in der Gesamtwertung.
Neben den Wettkämpfen prägten vor allem der regelmäßige Trainingsbetrieb und die Nachwuchsarbeit die Saison. Das Velodrom bleibt damit ein wichtiger Trainings- und Wettkampfort für den Bahnradsport in der Region.

Zum Saisonabschluss bedankt sich die RSG Augsburg bei allen Sportlern, Trainern, Betreuern, Helfern und Unterstützern. Ein besonderer Dank gilt Georg Rapp für seine Unterstützung des Brauerei-Rapp-Cups sowie der Familie von Peter Krauß für ihr Engagement rund um den Sprintercup.

Bilder von Norbert Liesz – Weitere Aufnahmen unter Radbilder.de

Ergebnisse Brauerei-Rapp-Cup 2026

Deutsche Meisterschaft Derny

Am vergangenen Wochenende fanden in Forst (Lausitz) die Deutschen Meisterschaften der Elite im Derny und der Steher statt. Zwei unserer RSG-Sportler – Matthias Robert als Schrittmacher und Leon Fausto Echtermann als Fahrer – nahmen am Dernyrennen teil.
Zunächst hatten die beiden etwas Pech mit der Losung des Vorlaufs und standen im ersten Lauf – dem schnelleren der beiden Vorläufe zusammen mit allen Favoriten. Dementsprechend schnell und hektisch wurde es: über 60 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, knapp unter 20 Minuten für 20 Kilometer. Niemand wollte nachgeben, es kam sogar zu Berührungen zwischen Schrittmachern und Fahrern.
Mit Platz zwei unmittelbar hinter dem favorisierten Gespann waren wir sicher im Finale.
Dieses führte über 100 Runden mit 40 Kilometern.
Auch dieses Rennen wurde unerwartet schnell gestartet, das Tempo blieb hoch und mit ca. 65 km/h wurde die erste Hälfte zum Ausscheidungsfahren. In Runde 60 unterlief unserem Gespann ein kleiner Fahrfehler, wobei der Rhythmus unterbrochen wurde und der Anschluss zur Spitzengruppe verloren ging. Leon konnte sich lange Zeit nicht mehr erholen. In den letzten 10 Runden wurde der Rhythmus wieder gefunden und Geschwindigkeit konnte aufgenommen werden, um im Sprintfinale noch den sehr zufriedenstellenden 5. Platz zu sichern.

Schwarzwald Ultra Radmarathon 2026 (SURM): 230 Kilometer, 3.800 Höhenmeter, zehn Stunden

Sonntag, 20.09.2026, 7:00 Uhr: Ich stehe am Startbogen in Alpirsbach im Schwarzwald. Vor mir liegen Wälder, verträumte Dörfer, anspruchsvolle Anstiege wie der Kandel und einige der schönsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Vorbereitet war ich: Reifenheber, Ersatz-TPU-Schlauch, Mini-Kompressor, Ersatzakkus für die elektronische Schaltung, Ersatzkontaktlinsen und alles, was man für 10 Stunden auf dem Rad benötigt. Mit 230 Kilometern und 3.800 Höhenmetern liegt der SURM etwas unter den Eckdaten des Kitzbüheler Radmarathons, den ich zuletzt gefahren bin. Der Charakter der beiden Veranstaltungen ist verschieden. Während Kitzbühel durch lange, steile Anstiege fordert, zermürbt der Schwarzwald Ultra durch ständiges Auf und Ab. Schön die Perspektivwechsel zwischen tief eingeschnittenen Tälern und aussichtsreichen Höhenzügen. Der Wahoo lieferte nach dem Rennen die Leistungsdaten. Der Training Stress Score („TSS“) lag bei 322 Punkten und bestätigt die hohe Gesamtbelastung des Tages. Der Intensity Factor („IF“) betrug 0,56. Das bedeutet, dass ich über die gesamte Distanz mit durchschnittlich 56 Prozent meiner funktionellen Schwellenleistung unterwegs war. Die Leistung lag bei durchschnittlich 133 Watt normalized power. Interessant der Variability Index („VI“) von 1,06. Dieser Wert beschreibt die Gleichmäßigkeit der Leistung. Die 1,06 zeigen, dass ich die Leistung über viele Stunden konstant abgegeben habe. Der Durchschnittspuls lag bei 118 Schlägen pro Minute.

Der SURM war organisatorisch top: Kleidertransport, ausgezeichnete Beschilderung, hervorragend ausgestattete Verpflegungsstationen. Man hat an jeder Stelle gespürt, wie viel Herzblut in der Veranstaltung steckt. Als ich eine Dame an einer Verpflegungsstation für den guten Kuchen gelobt haben, hat sie geantwortet: „Isch mit Liebe gemacht“.

So schön der Schwarzwald und so groß die Herausforderung auch sind: Solche Distanzen machen gemeinsam mehr Spaß. Windschatten, Gespräche unterwegs, gegenseitige Motivation. Leider war der SURM frühzeitig ausgebucht. Einige RSG-Kollegen, die gerne mitgefahren wären, konnten keinen Startplatz mehr bekommen. Vielleicht findet sich für 2027 ein Mitfahrer oder mehrere Mitfahrer der RSG Augsburg, denn trotz aller Einzelleistung bleibt Radfahren auch ein Teamsport.

 

 

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